Historische Sprachgrenzen und die Bedeutung der Ortsnamen

Sprachkulturen in der Schweiz

Um 400 v. Chr. besiedelten die Kelten das Gebiet der heutigen Schweiz. Dieses Gebiet stellte damals einen Brennpunkt der Expansion keltischer Stämme dar. Im ersten Jahrhindert v. Chr. wollten die Helvetier dann vom Mittelland ins Rhonetal auswandern. Der römische Staat fühlte sich dadurch bedroht, weshalb Caesar in die Schlacht von Bibracte ging und die Helvetier mit Gewalt an der Auswanderung hinderte. Danach wurde das gesamte Gebiet der heutigen Schweiz langsam ins römische Reich integriert. Im Mittelland wurden viele römische Kolonien angesiedelt.  

Bis ins Jahr 10 n. Chr. wurden alle wichtigen Alpenpässe und andere Zugänge in das Gebiet der heutigen Schweiz gesichert. In der zweiten Hälfte des sechsten und im siebten Jahrhundert stiessen die Alemannen unter fränkischer Führung übe den Hochrhein vor und siedelten im Schweizer Mittelland.

Durch die römische Ausdehnung sind Struktur in der heutigen Schweiz, Frankreich und das südwestliche Deutschland immer noch vom damaligen römischen Reich erkennbar. In der Schweiz kann man dies gut verfolgen an den römischen Namen gewisser Ortschaften.  Ausserdem liegen alle bedeutenden Städte der heutigen Schweiz auf ehemaligen Römerstrassen (Basel, Bern, Bellinzona, Zürich, Genf, Chur). Die Römerstrassen erstrecken sich über die ganze Schweiz, sind aber vor allem in der Nordwestschweiz und im Elsass vertreten.   Eine bekannte Römerstrass führt von Basel über Augusta Raurica nach Baden. Die Häufigkeit der Strassen erklärt sich dadurch, dass in diesem Gebiet früher eine grosse römische Provinz ‘’Germania Superior’’ zu Deutsch ‘’Obergermanien. Diese Provinz lag am Oberrhein

Römische Hauptstrassen in der Kaiserzeit

Die Geschichte der ersten Helvetier und deren gefährliche Lage

Was jedoch den wenigstens bewusst ist, dass auch eine andere grosse Sprachgemeinschaft vor den Römer da war. Es waren die Kelten. Der Schweizer Volkstamm wurde Helvetier genannt. Diese lebt dann für eher kurze Zeit mit den Römern friedlich zusammen. Sie kämpften in Schlacht miteinander, aber nach der grossen Ausdehnung und dem Machtsprung der Römer wurden die Kelten gezwungen unter der Herrschaft vom römischen Reich zu stehen. Die Helvetier hatten immer noch die Selbstverwaltung über ihr eigenes Volk, doch die Römer quetschten ihre Möglichkeiten immer mehr aus. Nach dem Helvetischen Aufstand gegen das römische Reich wurden ihre Streitigkeiten beendete. Im Jahr 212 n. Chr. wurden die Helvetier den römischen Kolonisten gleichgestellt. Sie waren zu dieser Zeit stark romanisiert, hatten immer noch keltische Ursprünge wie Sprache und Bräuche. Es gelang den Helvetier jedoch nicht, ein eigenes Reich zu gründen, obwohl sich die römischen Truppen 401 n. Chr. zurückgezogen haben. In der Folge konnten die mittlerweile romanisierten Helvetier die Einwanderung der Alamannen ins zentrale Mittelland nicht verhindern. Ein grosser Teil der Flüsse und Ortschaften haben heute noch keltische Namen, wodurch die Präsenz der Kelten in der Schweiz sichtbar bleibt.

Unsere Route vom Dienstag den 20.4.2021

An diesem Tag hatten wir einen Wanderausflug geplant. Wir sind von Zwingen nach Aesch gewandert. Bei dieser Wanderung sind wir an mehreren Ortschaften vorbeigekommen. Woher die Namen der Ortschaften stammen erklären wir euch kurz.

Zwingen: keine sichere Deutung, vermutlich alemannisch. Namensgebend war die Burg an der Birs. 

Birs: kommt vom keltischen „bers“ und bedeutet: schnell, darauf folgte die Bedeutung „der schnellfliessende Fluss“

Blauen: Siedlung „beim blau schimmernden Berg“, keltischer Name aus dem Wortstamm Blak d.h. Pflanze.  

Pfeffingen: alemannisch, wegen -ingen Endung; bei den Leuten namens Pfaffen (Geistlicher) 

Aesch: Mittelhochdeutsch -> Asche  
Schweizerdeutsch: Esche, Eschengehölz – Äsch, Esch, Ösch: Saatfeld 

Nenzlingen: alemannisch -ingen, wird übersetzt als „bei Namen des Nanzilo“

Unsere Route mit Führung am Mittwoch 21.4.2021

Am Mittwoch hatten wir eine Führung in Lengnau und Endingen. Wir sind mit dem Zug von Basel nach Baden gefahren. Auf dieser Fahrt haben wir einige Orte passiert von welchen wir jetzt eine kleine Ortsnamenerklärung gemacht haben.

Muttenz: Funde von Überresten von Kelten und Römern. Die Alamannen waren auch dort.

Frick: Frick ist ein römischer Ortsname. Das Dorf gehörte zu der Römerstrasse von Augusta Raurica nach Baden. Der Name Frick leitet sich von lat. ferr-ar-ícia „Eisenerzgebiet“ ab.

Rheinfelden: Ein alemannischer Ortsname der Felder am Rhein bedeutet. Dort waren früher die fruchtbaren Felder am Rhein.

Stein: Alemannischer Ortsnamen der beim Felsen bedeutet. Der Name beschreibt die Lage der Ortschaft, da es dort sehr felsig ist und es auch ein Felsmassiv hat.

Brugg: alemannischer Name, Übergang über Graben, Wasser etc.

Turgi: alemannisch im Thurgau im Thurgebiet; fruchtbare Land am Wasser 

Baden: alemannisch übersetzt vom römisch-lateinischen; bei den Bädern, bei den Thermen 

Koblenz:römisch Confluentes, wo Rhein und Aare zusammenfliessen

Endingen: alemannischer Name mit typischer -ingen Endung. Ursprünglich Ant-ingun „bei den Leuten des Anto“

Lengnau: Alemannischer -wang Name. Kommt von lengin wanc, was „beim langgestreckten Abhang“ bedeutet