Quelle: https://www.hmb.ch/aktuell/ausstellungen/grenzfaelle/

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Aufenthalt und sogar die Niederlassung so frei, dass man dafür keinerlei Bewilligungen brauchte. Viele Süddeutsche und Elsässer kamen in die Schweiz, um ihre Produkte zu verkaufen oder als Haushaltshelfer zu arbeiten, um nur einige Berufsbeispiele zu nennen.
Umso grösser war der Schock, als am 1. August 1914 aufgrund des Kriegs die Grenze geschlossen wurde. Ein 3 Meter hohe Stacheldrahtzaun wurde zwischen Basel und dem Elsass – bei der „neutralen Zone“ – errichtet. In der Nacht stand er unter Strom. Wer sich bis auf 20 Meter näherte, durfte abgeschossen werden. Man fürchtete sich vor Spionen.
Als 1918 der 1. Weltkrieg endete, strömten Schweizer Einkäufer nach Deutschland. Die hohe Inflation, die der Krieg dem Nachbarland gebracht hat, kam den Schweizern zugute.

Schon 1933 forderten die Basler Sozialdemokraten von der Bevölkerung, Ausflüge nach Deutschland zu unterlassen – aus Protest gegenüber der faschistischen Regierung.
1940, während des 2. Weltkriegs, wurde die Grenze erneut komplett geschlossen – für ganze 6 Monate – aus Angst vor deutscher Invasion. Dennoch gelang es einigen Flüchtlingen glücklicherweise über die Grenze zu kommen. Selbst als 1942 auch seitens Deutschlands ein Zaun errichtet wurde, konnten manche bei Riehen in die Schweiz gelangen: Eine 250 Meter lange Landzunge, „die eiserne Hand“ wurde nicht abgezäunt.
Nach Kriegsende wurde die Grenze nach Frankreich um einiges schneller geöffnet als zum besetzten Deutschland. Schon im Juni 1945 konnte man ins nun französische Elsass gelangen, und auch die Pendler konnten wieder in die Schweiz kommen. Der Zaun bei Deutschland wurde allerdings erst 1951 abgeschafft. Doch schon damals gab es treffen am Grenzzaun – so wie auch heute in Pandemie-Zeiten wieder. Allerdings war das damals nur möglich, wenn die Grenzwächter ein Auge zudrückten, denn eigentlich handelte es sich um eine Sperrzone.